Merz mag uns nicht

30. April 2026

F. Merz nörgelt in einem Interview mit dem Spiegel über das Land. Das Volk erwarte eine «Instant-Gratifikation», meint Merz, alles solle «über Nacht» besser werden. Hier irrt der Kanzler, denn ich denke, dass die Menschen schon sehr geduldig waren und seit Jahren auf Verbesserungen warten. Doch es passierte lange: zu wenig – oder: nichts. Und so wenden sich die Menschen ab und der AfD zu. Doch der Frust kommt nicht, weil die Umstände und Zustände sich nicht sofort geändert haben, nein, es sind doch Jahrzehnte, in denen die Politik viele Dinge verschlafen hat. Die Politik hat die Menschen nicht erst genommen. Und auch Merz nimmt die Menschen nicht wirklich ernst. So wirkt es zumindest.

Merz kommt in dem Interview ziemlich unsympathisch rüber. Überheblich und knarzend. «Sie wirken ein bisschen unzufrieden mit Ihrem Volk, oder?», fragt der Spiegel nach. Und wahrscheinlich ist es genau das: Merz mag «sein» Volk nicht. Weil die Leute alle faul und krank sind, weil sie verweichlicht und verwöhnt sind, weil sie nicht weiß genug sind, weil sie zu links sind, zu progressiv – und was nicht alles! Merz inszeniert sich als Opfer, das ja immer missverstanden wird. Und die Leute in den sozialen Medien seien so gemein zu ihm, und nur zu ihm: «Ich bin nur gelegentlich auf Social Media unterwegs. Aber wenn Sie mal schauen, was dort über mich verbreitet wird, wie ich da angegriffen und herabgewürdigt werde – kein Bundeskanzler vor mir hat so etwas ertragen müssen.» Daran sind wahrscheinlich auch wieder die Grünen schuld.