F. Merz nörgelt in einem Interview mit dem Spiegel über das Land. Das Volk erwarte eine «Instant-Gratifikation», meint Merz, alles solle «über Nacht» besser werden. Hier irrt der Kanzler, denn ich denke, dass die Menschen schon sehr geduldig waren und seit Jahren auf Verbesserungen warten. Doch es passierte lange: zu wenig – oder: nichts. Und so wenden sich die Menschen ab und der AfD zu. Doch der Frust kommt nicht, weil die Umstände und Zustände sich nicht sofort geändert haben, nein, es sind doch Jahrzehnte, in denen die Politik viele Dinge verschlafen hat. Die Politik hat die Menschen nicht erst genommen. Und auch Merz nimmt die Menschen nicht wirklich ernst. So wirkt es zumindest.
Merz kommt in dem Interview ziemlich unsympathisch rüber. Überheblich und knarzend. «Sie wirken ein bisschen unzufrieden mit Ihrem Volk, oder?», fragt der Spiegel nach. Und wahrscheinlich ist es genau das: Merz mag «sein» Volk nicht. Weil die Leute alle faul und krank sind, weil sie verweichlicht und verwöhnt sind, weil sie nicht weiß genug sind, weil sie zu links sind, zu progressiv – und was nicht alles! Merz inszeniert sich als Opfer, das ja immer missverstanden wird. Und die Leute in den sozialen Medien seien so gemein zu ihm, und nur zu ihm: «Ich bin nur gelegentlich auf Social Media unterwegs. Aber wenn Sie mal schauen, was dort über mich verbreitet wird, wie ich da angegriffen und herabgewürdigt werde – kein Bundeskanzler vor mir hat so etwas ertragen müssen.» Daran sind wahrscheinlich auch wieder die Grünen schuld.
Die Deutschen hatten ja nie den Ruf, viel Wert auf gutes Essen zu legen. Sie sparen lieber und mampfen zu Hause köstliche Ravioli aus der Dose. Das Leben ist schließlich teuer genug!
Auch die Gastronomen auf Sylt merken da eine gewisse Zurückhaltung:
Hotels und Apartments sind zwar gut belegt, doch auswärts gegessen wird seltener.
Die Leute würden nicht mehr das Teuerste kaufen, meint Jürgen Gosch von Gosch. Das liegt aber auch an den Preisen.
So schöne Bilder! Sie sollen Lust auf Irland machen – das Gourmetmagazin Falstaff feiert das Land auf dem Titel seiner August-Ausgabe. Ich überfliege das Magazin bei Readly und scrolle durch die Seiten. Auf Seite 13 bleibt mein Blick jedoch prompt kleben: Das doppelseitige Foto zeigt einen Mann mit roter Mütze, der durch das saftige Grün stapft. Sofort denke ich: Das ist KI-generiert, irgendetwas stimmt da nicht. Das kann doch aber nicht sein – oder?
weiterlesenEs gibt etwas, das nennt sich Forgotten Baby Syndrome:
Eltern [vergessen] ihr Kind im Auto – gerade bei Hitze hochgefährlich. Schuld ist eine Hirnfunktion. Warnsysteme können Tragödien verhindern.
Ein heißer Tag, die Eltern sind gestresst, denken schon an die Arbeit, fahren dorthin – und vergessen, dass sie das Kind gar nicht in der Kita abgegeben haben. Stattdessen sitzt es noch brav im Auto. Und stirbt. Furchtbar. Mehr dazu bei Wikipedia.
Manchmal wäre ich gern Briefträger. Keine Ahnung, warum. Aber ich stelle mir den Beruf eigentlich angenehm vor: Ich wäre viel draußen, könnte Fahrrad fahren und ich würde lustige Menschen kennenlernen. Aber in Wahrheit ist der Beruf sicherlich sehr stressig und anstrengend.
Die Deutsche Post, die jetzt vielleicht DHL heißt, hieß früher Bundespost. Die war staatlich und dort arbeiteten Beamte. Die gibt es heute noch:
Gut drei Jahrzehnte nach ihrer Privatisierung haben die Nachfolgefirmen der Bundespost noch immer Tausende Beamte in ihren Reihen.
Bald ist aber Schluss:
Diejenigen Postlerinnen und Postler, die 1994 als letzte verbeamtet wurden und ihre ganze berufliche Laufbahn bei dem Unternehmen bleiben, gehen 2043 in den Ruhestand – dann wäre das Thema Postbeamte Geschichte.
Ich habe genau vor Augen, wie die Postbeamten aussehen. Ich kann sie geradezu riechen. Sie sind auch Teil meiner Kindheit: Im Ort gab es damals die große Postfiliale – das Postamt. Dort roch es nach Telefonbüchern und diesen Briefmarkenschwämmen. Hinter dem Panzerglas (?) saßen die Herren und nahmen meine Pakete an. Schön. Heute gebe ich meine Pakete vorn am Kiosk ab und kaufe noch eine Fanta. Es riecht nach nichts.
Es ist zwar ein wenig ausgelutscht, aber Hannover hat tatsächlich nicht den besten Ruf. Die Stadt muss deshalb Touristen aktiv anlocken. Das wird jedoch schwierig: Das Geld fürs Marketing ist alle.
Bis auf ein paar bunte Hannover-Bilder in kleineren Kampagnen passiert in diesem Jahr – nichts.
Das liegt an den Finals 2026. Was kann das sein?, fragte ich mich selbst. Es handelt sich um ein Sportereignis, das in Hannover stattfindet. «Eine große Chance», meinen die Marketing-Leute.
Über den Spielplatz fegen Sandstürme, alles ist trocken und staubig. Ich muss schon tief graben, um an den guten Sand zu kommen, der sich für Burgen eignet. Der Spielplatz ist schon jetzt ein heißer Wüstenplanet, die Sonne ballerte gestern gnadenlos – und wir haben erst Mai.
Wie wohl der kommende Sommer werden wird? Vielleicht ziemlich hot, berichtet der Spiegel:
Den Flüssen fehlt Wasser, der Boden ist außergewöhnlich trocken, Waldstücke brennen – Fachleute zeigen sich beunruhigt über die anhaltende Dürre. Für die kommenden Monate deutet sich zudem eine bedrohliche Wetterlage an.
Kommt da also ein neuer «Jahrhundertsommer» auf uns zu? Was steckt hinter den Vorhersagen? Kachelmannwetter ordnet in einem Video sachlich ein.
Nachtrag, 1. September: Für einen Rekordsommer hat es dieses Jahr wohl nicht gereicht.
Forscher haben eine Farbe sichtbar gemacht, die nie jemand zuvor erblickt hat: Olo heißt sie.
Dem Fachteam um [Austin] Roorda ist es gelungen, bei einer Handvoll Freiwilligen – einer von ihnen war er selbst –, nur die M-Zapfen zu aktivieren. Diese senden dann ein gänzlich neues Farbsignal an das Gehirn.
Die neue Farbe sei eine «Mischung aus Blau und Grün», aber mit einer «nie dagewesenen Sättigung». Siehe dazu auch: Wikipedia.
Viele Eltern haben keine Lust mehr, ihren Kindern etwas vorzulesen, berichtet The Guardian:
Less than half of parents find it fun to read aloud to their children, new research shows.
Es mache keinen Spaß, nörgelten die befragten Eltern. Mehr dazu auch auf kottke.org, interessant auch die Kommentare dort: «Incredibly sad.»