Was ich seltsam finde: Jeden Tag sterben Hunderttausende Tiere – sie werden für den Genuss geschlachtet, 120.000 Schweine1 pro Tag. Kein Problem, alles normal so weit. Strandet nun aber ein Wal, der sterben will, lässt man ihn nicht sterben – Menschen müssen ihn «retten». Doch am Ende stirbt die Hoffnung ohnehin.
Und dann war da dieser fiese Hund «Sam», der seinen Halter tötete2. Eine Gefahr für Menschen, doch das Tier wird nicht erschossen (wie der Tiger), sondern soll an einen anderen Halter gehen. Absurd, oder?
Summer in the city: Ist in Zukunft leider kein großer Spaß mehr – danke, Klimawandel! Besonders schlecht ist Hannover gewappnet, berichtet der NDR:
Beim Hitzebetroffenheitsindex schneidet in Niedersachsen Hannover am schlechtesten ab – mit einem Wert von 16,79.
Der «Versiegelungstrend» ist positiv, was negative Auswirkungen hat. Es wäre also sinnvoll, Parkplätze zu entfernen und Bäume zu pflanzen. Na ja.
Ergänzung: Die HAZ hat fünf Orte in der City identifiziert, die besonders grau und heiß sind.
Unbekannte beschädigen Bäume, sodass sie absterben:
Baumfrevel wie in Linden kommt in Hannover öfter vor. Im vergangenen Jahr litten zum wiederholten Mal die Bäume in der Laatzener Leinemasch unter Angriffen durch Axt, Machete und Gift. Und zuletzt gab es ähnliche Vorfälle in der Südstadt und in Anderten, wo Bäume illegal gefällt oder sogar mit Säure beschüttet wurden.
Die Täter – es werden Männer sein – sind unbekannt. Die Gründe ebenso.
Ein Tiger auf der Flucht, der Spiegel berichtet:
Es war ein Koloss von einem Tier, rund 280 Kilogramm schwer […]. Die Raubkatze hatte sich aus ihrem Gehege befreit und einen 72-Jährigen angegriffen. Dann machte sich das Tier auf in Richtung der Kleingartenanlage.
Angst und Schrecken in der Schrebergartenanlage! Der Tiger war nicht etwa aus einem Zoo entkommen, sondern wurde privat gehalten von einer ehemaligen Dompteuse. Die Bullen haben den Tiger dann erschossen. Bäm!
Siehe auch: Doch kein Löwe.
F. Merz nörgelt in einem Interview mit dem Spiegel über das Land. Das Volk erwarte eine «Instant-Gratifikation», meint Merz, alles solle «über Nacht» besser werden. Hier irrt der Kanzler, denn ich denke, dass die Menschen schon sehr geduldig waren und seit Jahren auf Verbesserungen warten. Doch es passierte lange: zu wenig – oder: nichts. Und so wenden sich die Menschen eben ab und der AfD zu. Doch der Frust kommt nicht, weil die Umstände und Zustände sich nicht sofort geändert haben, nein, es sind doch Jahrzehnte, in denen die Politik viele Dinge verschlafen oder absichtlich ignoriert hat. Die Politik hat die Menschen nicht erst genommen. Und auch Merz nimmt die Menschen nicht wirklich ernst, sie sind ihm zuwider. Er ist ein Mann ohne jede Wärme. Er sollte nicht Kanzler sein.
Merz kommt in dem Interview ziemlich unsympathisch rüber. Überheblich und knarzend. «Sie wirken ein bisschen unzufrieden mit Ihrem Volk, oder?», fragt der Spiegel nach. Und wahrscheinlich ist es genau das: Merz mag «sein» Volk nicht. Weil die Leute alle faul und krank sind, weil sie verweichlicht und verwöhnt sind, weil sie nicht weiß genug sind, weil sie zu links sind, zu progressiv – und was nicht alles!
Merz inszeniert sich als Opfer, das ja immer missverstanden wird. Und die Leute in den sozialen Medien seien sehr gemein zu ihm, und nur zu ihm: «Ich bin nur gelegentlich auf Social Media unterwegs. Aber wenn Sie mal schauen, was dort über mich verbreitet wird, wie ich da angegriffen und herabgewürdigt werde – kein Bundeskanzler vor mir hat so etwas ertragen müssen.» Daran sind wahrscheinlich auch wieder die Grünen schuld.
Der große Nachteil von Social Media ist, dass alle Männer dort mitmachen dürfen. Sie schreiben, was sie wollen, und die Welt darf es lesen. Das ist vor allem auf X.com nicht mehr zu ertragen, doch auch bei Threads vergiften Männer die Stimmung mit ihren dümmlichen und frauenfeindlichen Anmerkungen.
Beispiel: Eine Mathematikerin fotografiert sich selbst, während sie den Start von Artemis II betrachtet; in ihren Brillengläsern spiegelt sich die Rakete. Nörgelnd kommentiert ein Kerl, warum sie während eines historischen Moments ausgerechnet ein Selfie aufnehmen müsse! Ein anderer Versager mosert, dass es «peak 2026» sei, während eines Raketenstarts ein Selfie zu machen. Dabei zeigt das Bild einfach pure Freude.
An anderer Stelle nörgeln andere Männer, dass Reid Wiseman doch nicht mit einer alten Nikon fotografieren solle. Und die Lichtempfindlichkeit sei viel zu hoch eingestellt – ISO 51.200! Das kritisierte Foto Hello, World zeigt die Erde im Gegenlicht der Sonne. Der Nordpol befindet sich unten links und nicht oben, wie wir es von Karten gewohnt sind. Ein Umstand, der so manchen Social-Media-Nutzer zusätzlich aufregt: «Wieso wurde das Foto nicht eingenordet?» Wie schön wäre es doch, wenn das Denken vor dem Schreiben käme.
Die Deutschen hatten ja nie den Ruf, viel Wert auf gutes Essen zu legen. Sie sparen lieber und mampfen zu Hause köstliche Ravioli aus der Dose. Das Leben ist schließlich teuer genug!
Auch die Gastronomen auf Sylt merken da eine gewisse Zurückhaltung:
Hotels und Apartments sind zwar gut belegt, doch auswärts gegessen wird seltener.
Die Leute würden nicht mehr das Teuerste kaufen, meint Jürgen Gosch von Gosch. Das liegt aber auch an den Preisen.
So schöne Bilder! Sie sollen Lust auf Irland machen – das Gourmetmagazin Falstaff feiert das Land auf dem Titel seiner August-Ausgabe. Ich überfliege das Magazin bei Readly und scrolle durch die Seiten. Auf Seite 13 bleibt mein Blick jedoch prompt kleben: Das doppelseitige Foto zeigt einen Mann mit roter Mütze, der durch das saftige Grün stapft. Sofort denke ich: Das ist KI-generiert, irgendetwas stimmt da nicht. Das kann doch aber nicht sein – oder?
weiterlesenEs gibt etwas, das nennt sich Forgotten Baby Syndrome:
Eltern [vergessen] ihr Kind im Auto – gerade bei Hitze hochgefährlich. Schuld ist eine Hirnfunktion. Warnsysteme können Tragödien verhindern.
Ein heißer Tag, die Eltern sind gestresst, denken schon an die Arbeit, fahren dorthin – und vergessen, dass sie das Kind gar nicht in der Kita abgegeben haben. Stattdessen sitzt es noch brav im Auto. Und stirbt. Furchtbar. Mehr dazu bei Wikipedia.
Manchmal wäre ich gern Briefträger. Keine Ahnung, warum. Aber ich stelle mir den Beruf eigentlich angenehm vor: Ich wäre viel draußen, könnte Fahrrad fahren und ich würde lustige Menschen kennenlernen. Aber in Wahrheit ist der Beruf sicherlich sehr stressig und anstrengend.
Die Deutsche Post, die jetzt vielleicht DHL heißt, hieß früher Bundespost. Die war staatlich und dort arbeiteten Beamte. Die gibt es heute noch:
Gut drei Jahrzehnte nach ihrer Privatisierung haben die Nachfolgefirmen der Bundespost noch immer Tausende Beamte in ihren Reihen.
Bald ist aber Schluss:
Diejenigen Postlerinnen und Postler, die 1994 als letzte verbeamtet wurden und ihre ganze berufliche Laufbahn bei dem Unternehmen bleiben, gehen 2043 in den Ruhestand – dann wäre das Thema Postbeamte Geschichte.
Ich habe genau vor Augen, wie die Postbeamten aussehen. Ich kann sie geradezu riechen. Sie sind auch Teil meiner Kindheit: Im Ort gab es damals die große Postfiliale – das Postamt. Dort roch es nach Telefonbüchern und diesen Briefmarkenschwämmen. Hinter dem Panzerglas (?) saßen die Herren und nahmen meine Pakete an. Schön. Heute gebe ich meine Pakete vorn am Kiosk ab und kaufe noch eine Fanta. Es riecht nach nichts.